Ursachen, Symptome und Diagnose

 

Der Leistenbruch

Der Leistenbruch, auch Inguinalhernie (Hernia inguinalis) genannt, ist ein Eingeweidebruch, der im Bereich des Leistenkanals auftritt. Dieser Bereich stellt eine natürliche Schwachstelle dar. Bei Erwachsenen kann es zu einem Durchbruch an dieser Schwachstelle der Leiste kommen, wenn diese dem Druck, der auf ihr lastet, nicht mehr standhalten kann. Dann entsteht eine Lücke, durch die Teile der Bauchwand, das sogenannte Bauchfell, den Kanal durchbrechen. Dabei bildet sich ein Bruchsack, der Teile des Darms, aber auch Fettgewebe enthalten kann. 

Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung des Leistenbruchs durch einen Spezialisten ist wichtig, da bei einer Hernie die Gefahr besteht, dass Darmteile eingeklemmt werden und absterben, was lebensgefährlich sein kann und eine sofortige Operation nötig macht. 

 

Ursachen des Leistenbruchs

Grundsätzlich scheint die Bruchanfälligkeit in der Leiste hauptsächlich mit der speziellen Anatomie und den Winkeln der Muskelansätze zusammenzuhängen. Da das männliche Becken eine deutlich schlankere Form hat als das weibliche, ist die sichere Abdeckung der Leiste beim Mann besonders schwierig. Es überrascht nicht,  dass daher überwiegend Männer von einem Bruch betroffen sind. Hinzu kommen allgemeine Co-Faktoren wie chronischer Husten, starkes Pressen bei chronischer Verstopfung, eine angeborene Bindegewebsschwäche oder Narben, die in die Leiste ziehen.

Wichtig für Frauen: Ein Leistenbruch bei Frauen ist selten, kommt aber vor. Gelegentlich bildet sich in der Schwangerschaft plötzlich eine kleine Beule in der Leiste. Dann kommt die verzweifelte Frage: "Muss ich jetzt operiert werden?" Es handelt sich aber zumeist nicht um einen wirklichen Leistenbruch sondern um eine Art "Wasser-Zyste", weil Flüssigkeit aus dem Bauchraum über eine kleinen Kanal herausgepresst wird. Nach der Entbindung ist alles wieder wie vorher. Daher sollte auf keinen Fall operiert werden!

Ein Leistenbruch bei Säuglingen und Kleinkindern ist anders zu bewerten und ggf. anders zu behandeln. Er kann z.B. auch von allein verheilen! Für diese Einschätzung sind die Kinderärzte und Kinderchirurgen ausgebildet.  

 

Symptome eines Leistenbruchs

Wie erkenne ich einen Leistenbruch? Es gibt unterschiedliche Symptome, die Ihnen helfen, einen Leistenbruch zu identifizieren: Oft bildet sich eine sicht- oder tastbare Schwellung im Leistenbereich, gerne in der Nähe des Schambereichs oder am Hoden. Diese Vorwölbung ist meist weich und lässt sich im Liegen gut wegdrücken. Häufig, aber nicht immer nehmen Sie ein unspezifisches Druckgefühl wahr, das sich im Liegen verbessert und bei körperlicher Beanspruchung oder Husten verschlechtert. Auch ziehende Leistenschmerzen können auftreten.

Selten kommt es zu einem eingeklemmten Leistenbruch, der sich durch starke Schmerzen äußert und durch das Auftreten einer sicht- und tastbaren Schwellung, die sich allerdings nicht wegdrücken lässt. Zusätzlich kann es zu Übelkeit mit Erbrechen kommen. In diesem Fall muss sofort ein Spezialist für Leistenbruch aufgesucht werden, da ein eingeklemmter Leistenbruch lebensbedrohlich ist und eine sofortige Leistenbruch-Operation erfordert.

 

Diagnose eines Leistenbruchs

Zur Diagnose einer Hernie wird zuerst eine körperliche Untersuchung durchgeführt, bei der die Position der Leistenregion abgetastet wird. Häufig reicht dies dem Experten schon aus, um die Diagnose zu stellen. Manchmal wird auch eine Sonographie oder die Durchführung eines MRTs (Magnetresonanztomographie) notwendig, um andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.

 

Die Leiste ist mit ihren vielen Nerven, Gefäßen und Sehnen eine hoch komplexe Region. Der ständige Druck kann aber einen Durchbruch verursachen. Nun muss die Leiste erneut stabilisiert werden.